Alleinerziehende in Deutschland sind inzwischen eine statistische Größe, auch in der Politik. Die Hälfte der 1,57 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland ist zwischen 35 und 45 Jahren alt. Nur ein Drittel ist jünger als 35. 90%der Alleinerziehenden sind Frauen. Alleinerziehend ist keine statische Familienform, ein Drittel der Alleinerziehenden lebt nach drei Jahren wieder in einer Partnerschaft.

Der Anteil der Alleinerziehenden an allen Familien hat in Ostdeutschland seit Mitte der Neunziger Jahre deutlich stärker zugenommen als in Westdeutschland. Fast die Hälfte der Frauen in Ostdeutschland, die zwischen 1953 und 1972 geboren wurden, ist einmal in ihrem Leben alleinerziehend. In Westdeutschland sind es rund 20%.
Alleinerziehende Mütter und Väter sind sowohl in der Beziehung zur Herkunftsfamilie und zu den Kindern als auch in der sozialen Einbindungmit Paarhaushalten mit Kindern vergleichbar. Die Mehrheit der Alleinerziehenden ist zufrieden mit der eigenen Situation, wünscht sich aber das Zusammenleben in einer Partnerschaft.Dabei zöge ein Großteil der Alleinerziehenden ein Arrangement vor,in dem beide Partnererwerbstätig sind. Alleinerziehende Frauen und Mütter in Paarhaushalten haben eine vergleichbare Erwerbsbeteiligung, aber Alleinerziehende arbeiten zu einem deutlich größeren Teil Vollzeit. Insgesamt ist die Erwerbsneigung von Alleinerziehenden hoch. Fast zwei Drittel der nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden würden gerne arbeiten. Die Hälfte dererwerbstätigen Alleinerziehenden möchte im Beruf auch etwas erreichen. Hier geht viel Potenzial verloren, denn ein Großteil von ihnen gibt an, keine Arbeit zu finden. Auch die Bildungsvoraussetzungen von alleinerziehenden Frauen sind vergleichbar mit denen von Müttern in Paarhaushalten.