Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen mit einem alleinerziehenden Elternteil auf. Diese Familien von Alleinerziehendensind darüber hinaus stärker von Armut bedroht sind als andere. Im vergangenen Jahr lebten rund 19 Prozent der Kinder unter 18 Jahren in einem Haushalt mit Alleinerziehenden, teilte das Statistische Bundesamt mit. Knapp ein Drittel der alleinerziehenden Mütter hat ein Familiennettoeinkommen von weniger als 1100 Euro.

1996 waren es noch 14 Prozent der Minderjährigen, die mit nur einem Elternteil lebten. Da die Gesamtzahl der Familien seither sank, ergibt sich eine Steigerungsrate des Anteils der Familien mit Alleinerziehenden um 20 Prozent. Neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen, wie aus den Angaben des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Zwar waren 60 Prozent der alleinerziehenden Mütter erwerbstätig. Zugleich war aber der Anteil von Müttern, die auf staatliche Transferleistungen wie Hartz IV angewiesen sind, bei den Alleinerziehenden mit 31 Prozent deutlich höher als bei Müttern in Paarbeziehungen. Hier lag der Anteil der Leistungbezieher bei nur sechs Prozent. Besonders prekär war die Situation bei alleinerziehenden Müttern mit Kindern unter drei Jahren: Von ihnen mussten 54 Prozent mit einem Familiennettoeinkommen von weniger als 1100 Euro auskommen.

Für die Studie des Statistischen Bundesamts zu Alleinerziehenden wurden Mütter und Väter gezählt, die ohne Ehe- oder Lebenspartner mit einem oder mehr minderjährigen Kindern zusammenleben. Wenn Männer alleinerziehend sind, so sind die Kinder im Durchschnitt älter als bei alleinerziehenden Müttern.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) bekräftigte aus Anlass der Studie ihre Absicht, ab 2012 jedem dritten Kind unter drei Jahren einen Krippenplatz anzubieten. “Gerade Alleinerziehende brauchen eine ausreichende und qualitativ gute Kinderbetreuung mit flexiblen Betreuungszeiten”, erklärte sie.

Die Unions-Familienexpertin Dorothee Bär (CSU) forderte bessere Jobchancen für Alleinerziehende. “Wir müssen weg von der Haltung: Da ist ein kleines Kind, da hat es keinen Sinn, einen Arbeitsplatz zu vermitteln”, sagte sie der “Rheinischen Post”. Die Jobcenter müssten aktiv mithelfen, die Hürden aus dem Weg zu räumen, indem sie zum Beispiel eine gute Kinderbetreuung organisierten.